Kunstwoche an der Algarve
Projekt: Kunst ohne Grenzen
Vierte Kunstwoche dieser Art fand diesmal in Portugal an der Algarve statt
5/2023
von Günther Wallburg
Für zehn Tage fanden sich zwölf portugiesische, französische und deutsche Künstler und kunstinteressierte Bürger zusammen, um am vierten Kunst-Workshop teilzunehmen, der sich über Jahre hinweg aus der Städtepartnerschaft von Bad Liebenzell mit den Partnerstädten Lourinhā und Villaines la Juhel heraus bis heute weiterentwickelt hat. Eine anschließende Vernissage vor traumhafter Kulisse direkt am Meer in Praia da Areia Branca im Distrikt Lourinhā zog viele Touristen, aber auch ortsansässiges Publikum begeistert in ihren Bann. Im Herbst wird diese Vernissage auch in Bad Liebenzell zu sehen sein, dann noch ergänzt durch eine Bild-Dokumentation über die erfolgreiche Reise.
Es hat bereits Tradition, diese Städtepartnerschaft-Kunstwochen, teilte der Vorsitzende des Städtepartnerschaft-Komitees und Bürger- & Kulturvereins Bad Liebenzell, Günther Wallburg nach seiner Rückkehr von der Reise mit. 2014
trafen sich erstmals zehn Künstler zum ersten deutsch-französischen Künstlertreff dieser Art unter dem Motto « l’art sans frontieres » in Villaines la Juhel, das Jahr darauf 22 Künstler unterschiedlichen Genres zur zweiten Kunstwoche in Bad Liebenzell. Daraus entstand auch ein großes Mauergemälde, welches bis heute das Rathaus in Villaines la Juhel ziert. 2017 folgte ein drittes Treffen, diesmal zu einem einwöchigen Kunst-Workshop in der Bretagne. Dieses Jahr wollte man zur vierten Städtepartnerschaft-Kunstwoche die neue Partnerstadt Lourinhā mit einbeziehen und hat sich daher als kreativen Arbeitsort die bizarre Küstenregion an der Algarve ausgewählt. Auf dem Hinflug nach Faro wurde das Flugzeug leider so stark vom Blitz getroffen, dass der Pilot noch über den Alpen entschied, wieder zurück nach Stuttgart zu fliegen. Damit war die verantwortliche Kunstexpertin des Mal-Workshops, Brigitte Radermayr aus Maisenbach, gleich zu Beginn des Events ziemlich herausgefordert, ihr geplantes Programm nun von sechs auf fünf Tage zu begrenzen. Traumhaftes Wetter und zwei für diese Zwecke speziell ausgewählte direkt aneinander grenzenden Landhausvillen in Albufeira-Vale Navio boten den Künstlern sowie ihrer Begleitmannschaft ein perfektes Ambiente. Zum Essen trafen sich immer alle zum angeregten Gedankenaustausch. Zwei Pools boten genügend Raum für Fitness und Erfrischung bei 27 bis 31 Grad. Kleinere Ausflüge zu den zahlreichen Badebuchten in die nähere Umgebung und in die Altstadt von Portimāo sorgten für notwendige Impulse und kreative Pausen, wie Wallburg weiter berichtete.
Nach fünf Tagen erwartete man die 12-köpfige Delegation dann in Lourinhā. Auf der Fahrt dorthin wurde noch Setúbal auf der Halbinsel Peninsula mit ihrer reichen Geschichte vor den Toren Lissabons besichtigt. Das Forte de Sāo Filipe
bietet dort eine atemberaubende Aussicht über die gesamte naturgeschützte Estremadura. Eine eigene Vernissage direkt an der Atlantikküste, komplettiert durch Kunstwerke von Kunstschaffenden aus der gesamten Region wie auch der Besuch des mittelalterlichen Städtchens Obidos und der parallel in Lourinhā stattgefundenen Literaturwoche « Livros a Oeste 2023 » boten viel Raum für Kontakte und gaben dem Ganzen besonders geschätzte und ergänzende kulturelle Aspekte. Mit von der Partie waren auch diesmal die zwei in Bad Liebenzell wohnenden Portugiesen Paulo Marques und Carlos Steininger mit ihren Ehefrauen, die auch als Gastfamilie vor Ort Teilnehmer der Kunstwoche herzlich aufnahmen.