Benefizkonzert “Quartiersentwicklung Bad Liebenzell“ mit dem Landespolizeiorchester Baden Württemberg
Benefizkonzert des
Landespolizeiorchesters Baden-Württemberg
im Spiegelsaal des Kurhauses von Bad Liebenzell
Günther Wallburg und Walter Stutz
Großer Besucherandrang herrschte im Spiegelsaal des Kurhauses, als das Landespolizeiorchester Baden-Württemberg auf Einladung des Bürger- & Kulturvereins Bad Liebenzell erstmals dort zu einem Benefizkonzert gastierte. Es war ein Abend zu einem speziellen Anlass, in besonderer Atmosphäre und auf sehr hohem Niveau. Der Erlös fließt dem Gemeinschaftsprojekt “Barrierefreie Quartiersentwicklung Bad Liebenzell“ zu.
Mit einer derart überwältigenden Resonanz hatten wir nicht gerechnet. Um so mehr waren wir zufrieden und sahen uns in unserem Ziel bestätigt, attraktive Impulse für eine alters- und generationengerechte Quartiersentwicklung in Bad Liebenzell und seinen Ortsteilen nachhaltig zu fördern, wozu die grandiose musikalische Darbietung des Orchesters eine ideale Plattform bot.
“Barrierefreiheit ist nicht nur ein Wort. Es ist eine Brücke zu einer inklusiveren, verständnisvolleren und gerechteren Gesellschaft. Unsere Stadt hat sich dazu verpflichtet, diese Vision zu verwirklichen.“ Mit diesen Worten eröffnete Bürgermeister Roberto Chiari die Veranstaltung. “Und mit Projekten wie einem potenziellen Aufzug an der Brücke, die das Ochsenareal mit der unteren Nagoldseite verbindet, machen wir einen weiteren Schritt in diese Richtung. Dieser Aufzug ist nicht nur ein Symbol für Mobilität, sondern auch für Hoffnung, Fortschritt und Zusammenhalt“ untermauerte er seine Aussage. Es sei kein Geheimnis, dass Bad Liebenzell finanziell vor großen Herausforderungen stehe. Aber dennoch sei man sich einig: Wichtige Vorhaben, insbesondere die barrierefreie Entwicklung unserer Stadt, dürfe und werde nicht auf der Strecke bleiben. Auch der Gemeinderat beziehe dazu deutlich Position. “Mit der einstimmigen Entscheidung im September zur Gründung einer Steuerungsgruppe, die sich gezielt mit einer inklusiven Quartiersentwicklung befasste, setzte der gesamte Rat ein starkes Zeichen für die Zukunft und den Zusammenhalt in unserer Gemeinde“, so der Bürgermeister.
Thomas Blenke, Staatssekretär im baden-würtembergischen Innenministerium lobte im Besonderen das Bemühen des Vereins, im Einklang mit der Landesstrategie “Quartier 2030 - Gemeinsam Gestalten“ des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration, die Quartiersentwicklung in Bad Liebenzell mitzugestalten. Das Land biete dafür eine Vielzahl von Förderprogrammen zur finanziellen Entlastung an, welche von der Kommune genutzt werden sollten.
Klaus Mack, Mitglied des Deutschen Bundestages beglückwünschte in seinem Grußwort die Kommune für das anzuerkennende Engagement des Vereins sowie für eine funktionierende Kooperation und zukunftsorientierte Quartiersentwicklung. Der Weg, dies über eine gemeinsame Lenkungsgruppe zu planen und zu steuern, sei vorbildlich.
Nach einem kurzen Videoclip über die Stadt Bad Liebenzell erläuterte der Verein die Projektidee. Die meisten Menschen, gerade auch bei Unterstützungs- und Pflegebedarf, wollen möglichst lange in ihrem gewohnten sozialen Umfeld bleiben. Daher möchte der Verein, dass diese Menschen auch eine realistische Chance bekommen, diesen Wunsch umzusetzen und ein selbstbestimmtes und gutes Leben führen zu können. Der heutige Konzertabend verbinde deshalb musikalischen Hochgenuss mit einem guten Zweck. Mit dem Erlös des Abends will der Verein barrierefreie Quartiersentwicklung in Bad Liebenzell unterstützen. Generell sollen dadurch Quartiere entstehen, wo sich Nachbarschaften bilden, Verweil- und Kommunikationszentren geschaffen werden, wo sich Menschen austauschen, sich wohlfühlen und sich gegenseitig helfen.
Dann folgte ein Konzert der Superlative, deren Musikstücke vom LPO höchst anspruchsvoll ausgewählt wurden. Ein Highlight war das Klarinettenkonzert, welches speziell für das Orchester und seine Solistin Carelys Carreras Camporredondo geschrieben worden war. Originalkompositionen für sinfonisches Blasorchester, bekannte sinfonische Transkriptionen wie die Ouvertüre zu den „Banditenstreichen“ von Franz von Suppé und Filmmusik aus den Charlie Chaplin Filmen folgten. Die Variantenvielfalt verlangte den vierzig Berufsmusikern aus sechzehn Nationen und seinem charmanten musikalischen Leiter des Abends, Marvin Stutz, höchste Konzentration und Perfektion ab.
Marvin Stutz ist in Bad Liebenzell aufgewachsen. Sein Vater, Walter Stutz, ist stellvertretender Vorsitzender des Bürger- & Kulturvereins und koordinierte durch diese persönliche Verbindung auch den Auftritt in seiner Heimatgemeinde.
Das Publikum bedankte sich nach gut 90 Minuten Spielzeit mit Standing Ovations. Den Erlös aus Spenden und Eintrittsgeldern in Höhe von 5.500 Euro will der Bürger- & Kulturverein einem konkreten Teilprojekt bei der “barrierefreien Quartiersentwicklung Bad Liebenzell“ zuführen.